Als Programmierer sitzt man vorm Bildschirm und bearbeitet seine Tastatur ein wenig..was hat das schon mit den Problemen der Menschheit zu tun? Zwar gibt es da den Song mit „ich rette schnell die Welt mit paar Emails..“, aber spielt das in der gleichen Liga wie der sorgsame Umgang mit Pflanzenschutzmitteln, mit … mit dem C02 Verbrauch beim Fliegen?
Ja, tut es!
Weniger mit den angesprochenen Emails, aber als Programmierer kann man viel bewegen. So geht am Wochenende und nach Ladenschluss die Post ab im eCommerce. Um diese vielen Anfragen bewältigen zu können, müssen wir Computer vorhalten. Die gebaut werden müssen und wenn sie dann mal da sind Strom um Aufmerksamkeit brauchen. All dies kostet viel Energie. So schreibt auch die aktuelle „Schrot und Korn“ darüber, und beklagt die gigantischen Ressourcen die wir „für das Internet“ verbrauchen. Nicht ganz zu Unrecht – aber natürlich sind die Zusammenhänge recht kompliziert. Wieviel Bäume haben wir schon gerettet, weil eCommerce die Kataloge abgelöst hat? Oder ein „Sammeltransport“ der Abokiste viele Kunden beliefert und nicht jeder selber in den Supermarkt fährt? Trotzdem werden müssen wir uns diesem Argument stellen.
Zurück also zur Energie, die wir beim der Bereitstellung unserer Dienste verbrauchen. Man könnte das o.g. Problem am Sonntag auch mit kurzzeitig gemieteter Rechenkapazität lösen. Das ist dann leider wie mit dem Strassenverkehr: Mehr Verkehrsfläche zieht auch mehr Verkehr an.
Alternativ versuchen wir Programmierer mehr Zeit in die Planung der Architektur und der Algorithmen zu stecken, insbesondere wird auch viel überwacht ,d.h. gemessen und aufgezeichnet und immer wieder ausgewertet. Dabei geht es aber nun nicht mehr um die reine Laufzeit eines Prozesses (die kann man mit vielen „Kernen“ verringern), sondern auch um den Stromverbrauch und die Ausnutzung des vorhandenen Computers. Dinge wo ein Mensch wartet, sollten schneller gehen, anderes machen wir halt langsamer. Leider kostet uns auch dies etwas mehr Zeit, bis wir das neue feature abliefern können.
Zum Glück helfen uns hier der Kostendruck (zunehmend wird auch die Rechenkapazität bepreist, in so. CPU-Stunden), aber auch die Werkzeuge zum Messen des Verbrauches werden immer besser, die Handies haben uns das vorgemacht. Moderne Computer-Komponenten optimieren ständig ihren Stromverbrauch, so das die Wattzahl am Gehäuse wenig aussagt.
Um nicht wie im Rechenzentrum nur heisse Luft zu produzieren, haben wir uns eine neue Kennzahl ausgedacht, die unsere Fortschritte auf dem Feld nachvollziehbar machen soll: Wh pro Internet-Bestellung. Diese Zahl wird nicht absolut richtig sein, einfach, weil wir schon sehr effizient sind bei der Energie-Ausnutzung. Aber die Zahl lässt sich automatisch berechnen und wir können uns an der Tendenz messen lassen.
Maximal Stromverbrauch des Computers (nach Spezifikation)
Minimaler Stromverbrauch des Computer (nach Spezifikation)
Anzahl aktiver Prozessoren und deren aktuelle Taktfrequenz
Anzahl Internet-Transaktionen insgesamt
Anzahl abgewickelter Bestellungen im Internet
Das Alter des Computers (und damit indirekt die Herstellungskosten) haben wir aussen vor gelassen – man kann argumentieren, das die lange Nutzung von Geräten gut ist, hinsichtlich des Ressourcenverbrauchs bei der Herstellung (Material und Energie). Wir mieten Rechenkapazität bei Hetzner.de und entscheiden uns stets für ältere Modelle. Da man aber bei neueren Modellen weniger Computer braucht, fliesst diese Evolution indirekt in die Rechnung ein.
Bei der Nutzung von externen Diensten haben wir alle Kosten in kWh nach dem eurpäischen Strommix umgerechnet. In der Vermutung, das die Dienstleister zumindest einen ähnlichen internen Kostenmix haben.
Da wir für eigene Computer und auch für die gemieteten Rechenleistung CO2 neutrale Energie verwenden (Hetzner, Google in Europa, unsere Büros), spielt dies für den CO2 Footprint zwar keine direkte Rolle, wohl aber steht diese Energie nicht mehr für „die anderen“ zur Verfügung und eben deshalb doch relevent.
https://www.goclimateneutral.org/blog/the-carbon-footprint-of-servers/ 0,329 CO2e / kWh
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