Mit KI ein eigenes Statistik-Dashboard bauen: so verwendet ihr unsere API

Ich habe an einem Nachmittag ausprobiert, ob ich (als Nicht-Programmiererin) mithilfe von KI ein Statistik-Dashboard für einen Shop bauen kann, eines, das zeigt, wie sich zum Beispiel die Abo-Zahlen entwickeln. Wie es lief, seht ihr im Video. Ein paar ergänzende Worte dazu gibt es hier.

Worum geht es?

Euer Shop zählt viele Dinge bereits mit. Zum Beispiel ein neues Abo oder eine stornierte Bestellung o.Ä. wird als Ereignis (bzw. Event) erfasst und lässt sich über eine API abrufen, also über eine Schnittstelle, über die Programme Daten abfragen können.

Was bisher fehlt, ist der bequeme Blick auf die Zahlen: Wie lief die Woche im Vergleich zur letzten? Wächst der Abo-Bestand eigentlich, oder schrumpft er? Wer das wissen will, muss sich die Werte einzeln zusammensuchen, z.B. auch per Auswertung im PCG.

Klar könnt ihr dafür auch ein fertiges Auswertungsprogramm kaufen oder einen Wunsch ans Entwicklungsteam schicken. Aber ihr könntet es auch von einer KI bauen lassen. Dafür braucht ihr eigentlich nur die API-Dokumentation und eine gute Beschreibung von dem, was ihr am Ende sehen wollt.

Wie fange ich an?

Das braucht ihr, um es nachzumachen:

  1. Den Link zur API-Dokumentation, also zur Beschreibung, welche Daten sich wie abfragen lassen.
  2. Eine Liste der Ereignis-Typen, die der Shop zählt, zum Beispiel „neues Abo“ oder „Bestellung storniert“. Die könnt ihr euch als Admin im Chat vom Esst-Bio Shop Buddy geben lassen, in ChatGPT, Claude oder Le Chat. Eine Frage wie „Ich möchte die Abo-Entwicklung visualisieren, welche Event-Typen passen dazu?“ reicht schon.
  3. Eine KI eurer Wahl, die eure Beschreibungen umsetzt. Ich habe mich hier für Claude Code entschieden.
  4. Eine Fragestellung und Beschreibung von dem, was ihr später sehen und wie ihr es bedienen wollt. Am einfachsten lasst ihr euch dafür von der KI interviewen und stellt Rückfragen, wo ihr unsicher seid. Nehmt euch für diesen Schritt ruhig Zeit, weil alles, was hier geklärt wird, hinterher nicht mehr geradegebogen werden muss.

Wie es lief

Nach ungefähr einer Stunde war die erste Version fertig. Eine einzige HTML-Datei, im Grunde eine kleine Webseite, die nur auf dem eigenen Rechner liegt und ohne Installation im Browser läuft. Anmelden mit dem Admin-Konto, Daten abrufen, ein Diagramm anzeigen, kurz: die erste Version lief erstmal.

Danach ging das Wunschkonzert los, also Beschriftung umschreiben, drei Mal die Farben ändern (auch das könnte man übrigens am Anfang vorgeben!) und Datum anders anzeigen. Den Code selbst hat Claude Code meinen Anweisungen entsprechend alleine geschrieben.

Was ist herausgekommen?

Am Ende liegt da eine einzelne Datei auf dem Rechner. Sie zeigt für die letzten Wochen, wie viele Abos dazugekommen und beendet worden sind und wie sich der Gesamtbestand dabei entwickelt hat. Bei euch sind vielleicht ganz andere Zahlen spannend, wie Neukunden, oder die Bestellungen pro Liefertag. Der Weg dahin und die Voraussetzungen bleiben aber dieselben.

Programmiert habe ich an diesem Nachmittag keine einzige Zeile. Die eigentliche Arbeit war, vorher zu überlegen, was das Ding können soll, und das geduldig zu beschreiben. Wer programmieren kann, ist wahrscheinlich trotzdem im Vorteil, spätestens wenn das Projekt größer wird 😉

Falls ihr es ausprobiert, erzählt mal, ob es geklappt hat (und auch wenn nicht).

Chat statt Menü? Der eingebaute Chat im Shop

Wer neu in einem Shop ist oder nur selten online bestellt, braucht manchmal ein paar Klicks mehr, um sich zurechtzufinden. Genau dafür gibt es jetzt ein Chatfenster direkt im Shop, mit dem Arbeitsnamen „Grille“. Es hilft euren Kundinnen und Kunden, Produkte schneller zu finden und sich im Sortiment und auf der Website zu orientieren.

Beim Anwendertreffen gab es schon eine kurze Demo. Hier kommen nun noch ein paar weitere Informationen dazu:

  • wobei der Chatbot hilft
  • wo seine Grenzen liegen
  • und wie ihr ihn in eurem Shop einschaltet.

Wobei hilft der Chatbot?

Der Chatbot arbeitet mit dem vorhandenen Sortiment des Shops. Wenn ein Kunde oder eine Kundin zum Beispiel fragt „Habt ihr Hafermilch?“ oder „Was für Sonderangebote gibt es?“, beziehen sich die Antworten auf die tatsächlich verfügbare Produkte im aktuellen Angebot. Auch bei Fragen zum Hofladen oder zum Betrieb hilft der Chat weiter. Genauso, wenn man im Shop etwas nicht findet (z.B. „Wo finde ich die Abokisten?“) oder nicht weiß, wo man eine Einstellung ändern kann (z.B. „Wie ändere ich meine Adresse?“).

Was funktioniert gut – und was geht (noch) nicht?

In der Praxis hilft der Chatbot vor allem bei drei Dingen: Produkte finden, durch den Shop navigieren und Infos über den Shop oder den Betrieb bekommen. Besonders für neue oder unerfahrene Kunden macht das den Einstieg leicht. Der Chat funktioniert übrigens auch außerhalb des Shops, eine Anleitung zum Einbau folgt in den nächsten Entwickler-News.

Der Chatbot ist aber bewusst kein Bestellassistent. Er legt keine Produkte in den Warenkorb und schickt keine Bestellungen ab, das machen eure Kunden weiterhin selbst. Wer komplett im Chat bestellen will, ist beim Esst-Bio Shop Buddy richtig, über den wir hier berichten: Esst-Bio Shop Buddy.

Wie schalte ich den Chat ein?

Das erledigt ihr im Admin-Bereich eures Shops:

  1. Den Bereich Einstellungen öffnen
  2. Dort den Punkt „KI-Chat“ auswählen
  3. Die Funktion aktivieren (unter Chat-Funktionalität)
  4. Chatbot personalisieren
  5. Änderungen speichern

Nach der Aktivierung erscheint das Chat-Fenster automatisch im Shop-Interface für Kunden (egal ob diese angemeldet sind oder nicht).

Im selben Bereich könnt ihr den Chat an euren Betrieb anpassen und Name, Begrüßungstext, Verhalten und eigenes Wissen zum Shop hinterlegen. „Grille“ ist übrigens nur unser Arbeitsname, euer Chatbot darf gern anders heißen. Neben der Wissensbasis lohnt es sich auch, die Hilfeseiten (unter Einstellungen > 7. Hilfeseiten) aktuell zu halten, der Chat holt sich seine Antworten nämlich auch von dort, vor allem bei Fragen zum Shop selbst.

Probiert’s aus!

Die klassische Shop-Navigation bleibt dabei natürlich erhalten. Aber immer mehr Menschen sind es inzwischen gewohnt, Fragen einfach in einen Chat zu tippen, statt sich durch Menüs zu suchen. Gerade für Shops mit großem Sortiment oder großem Kundenstamm kann der Chat deshalb eine kleine, aber hilfreiche Erweiterung sein.

Vermutlich werden wir zu Beginn des nächsten Jahres einen kleinen Modulbetrag dafür berechnen. Bis dahin: kostenfrei ausprobieren!

Die Chat-Verläufe könnt ihr übrigens im Adminbereich auswerten. Benutzer können den Verlauf selber löschen, aber auch für euch und uns zur Kontrolle markieren. Wir sind schon gespannt, nicht nur über die typischen Missverständnisse beim Chat mit einer KI, sondern auch auf kreative Fragen und Ideen – also Eure Rückmeldungen!

Die Abokiste im Chat – Neues vom Esst-Bio Shop Buddy

Über den Esst-Bio Shop Buddy für ChatGPT haben wir schon letztes Jahr berichtet. Damals ging es vor allem darum, Abokisten und Bestellungen barrierefrei und einfach zu verwalten. Daran hat sich nichts geändert, nur läuft das Ganze inzwischen deutlich runder, und der Shop Buddy kann ein bisschen mehr.

Was kann der Esst-Bio Shop Buddy?

Der Shop Buddy kennt die Liefertermine und Bestellschlüsse, weiß, welche Produkte es gibt, und hat im Blick, was gerade im Warenkorb liegt oder schon bestellt wurde. Eure Kundinnen und Kunden können Lieferpausen eintragen oder ändern, Bestellungen abschicken, anpassen oder wieder stornieren und sich alte oder offene Bestellungen anzeigen lassen. Ein paar Funktionen zeigt unser Video:

Im Grunde macht der Shop Buddy genau das, wofür man sonst durch mehrere Seiten im Shop klicken würde, nur eben im Gespräch.

Wo kann ich den Esst-Bio Shop Buddy nutzen?

Bisher gab es den Shop Buddy nur über ChatGPT. Jetzt geht es auch über Claude (vom Anbieter Anthropic) und Le Chat (vom französischen Anbieter Mistral). Eure Kundinnen und Kunden brauchen dafür ein Konto beim jeweiligen Anbieter (das kostenlose reicht) und müssen den Shop Buddy einmal einbinden. Hier sind die Anleitungen dazu, auch zum Weitergeben an eure Kundschaft:

Alle drei unterstützen auch Spracheingabe. Man kann also einfach sagen, was man möchte, und der Shop Buddy setzt es um (falls das Tippen oder Lesen mühsam ist, oder wenn man gerade unterwegs ist und schnell noch etwas prüfen oder ändern will).

Voraussetzung ist in allen Fällen, dass ihr die esst.bio-Nutzung im Adminbereich eures Shops freigeschaltet habt.

Vom Chat zur Bestellung – wie funktioniert das?

Im Chat redet ihr mit sogenannten LLMs (Large Language Models). Die klingen zwar sehr schlau, wissen aber im Endeffekt nur Dinge, mit denen sie trainiert wurden. Damit sie an externes Wissen kommen oder auf Dienste wie unsere Shops zugreifen können, braucht es eine eingerichtete Verknüpfung. Bei ChatGPT läuft das unter anderem über GPTs, bei Claude und Le Chat über MCP-Konnektoren (MCP steht für Model Context Protocol, einen offenen Standard für die Verbindung von KI-Anwendungen mit externen Systemen).

Wenn eine Kundin oder ein Kunde im Chat nach Produkten oder Lieferterminen fragt, geht die Frage nicht direkt an den Shop. Der MCP-Server nimmt sie entgegen und prüft, ob sie zulässig und korrekt ist. esst.bio prüft danach, ob die Person angemeldet ist und was sie sehen darf. Erst dann geht die Anfrage an das Shop-System. Für die Anmeldung loggen sich eure Kundinnen und Kunden einmal direkt bei esst.bio ein, mit denselben Zugangsdaten wie in eurem Shop. Der Chat selbst hat also keinen direkten Zugriff auf die Daten im Shop. Und die Login-Daten bekommt er nie zu sehen, weil die Anmeldung direkt bei esst.bio passiert.

Fazit

Mit dem Shop Buddy ist euer Shop jetzt auch dort, wo eure Kundinnen und Kunden ohnehin schon chatten. Dort ist er ein zusätzlicher Verkäufer, den man einfach fragen und über den man bei euch bestellen kann. Wie in jedem Gespräch muss man mal nachhaken oder etwas anders formulieren, aber meist ist ein kurzer Satz ja trotzdem bequemer als langes Klicken durchs Menü. Probiert es gern selbst aus, zum Beispiel mit „Ich brauche Schoki“ oder „Zeig mir, welche Produkte es hier gibt“.